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Im Rahmen des Kindergottesdienstes der 8-12 jährigen Kinder beschäftigten
wir uns mit den Weltreligionen. Wie sieht die Welt jenseits unseres Tellerrandes aus?
Das interessiert mich sehr und die Kinder auch. Wie denken und leben die anderen über und mit Gott?
In einer Stunde der Theorie haben wir alle wichtigen Religionen behandelt. Das Christentum als Erstes, gefolgt von dem Islam und dem Buddhismus. Aber auch die Religionen der Bahai,
der Juden und der Hindus waren ein Thema.
Alle diese Religionen haben eine Botschaft: Liebe deinen Nächsten.
Das war die Basis, auf der wir aufgebaut haben.
Begonnen haben unsere Ausflüge mit dem Besuch im Haus der Religionen in Döhren. Dort hat Frau Fricke sich Zeit an einem Sonntag im
März genommen und ist mit uns geduldig alle diese Wege des Glaubens durchgegangen.
Am 29. Mai hatten wir einen Termin bei dem islamischen Verein Milli Görüs in Laatzen.
Dort wurden wir (Kinder mit den Eltern) herzlichst empfangen von Herrn Ötztürk und dem gesamten Vorstand (in dem auch Frauen waren).
Wir erhielten viele Informationen darüber , wie sie leben, beten und die Familie einbeziehen. Auch sie
waren neugierig, wie wir unseren Glauben leben und stellten Fragen, die wir gerne beantworteten.
Eine Frage unserer Gastgeber allerdings ging tiefer: Welchen Stellenwert haben eure Kinder in eurem Glauben und in der Kirche?
N un......im Kindergottesdienst basteln und spielen wir mit den Kindern Geschichten aus der Bibel
nach. Zuvor nehmen die Kinder bis zur ersten Schriftlesung am Hauptgottesdienst in der Kirche teil.
Ein großer Vorteil für die Muslime: Dort sind die Kinder immer dabei. Jeden Tag sehen sie bis zu 5 Mal ihre Eltern beten.
So wachsen sie mit diesen Ritualen heran und leben danach.
Allen ist die Gemeinschaft wichtig. Sie kümmern sich um die Schwachen, aber auch um sich selbst. Um ihren Seelenfrieden. Sie
richten ihr Leben nach Gott. Feste Gebetszeiten bestimmen die Freizeit und der Fastenmonat (Ramadan), zu dem wir herzlich eingeladen wurden, ist ein Höhepunkt im Jahresverlauf.
Am Ende dieser Begegnung bekamen alle Kinder und auch die Erwachsenen ein Geschenk: den Koran in der deutschen Übersetzung und Malbücher für die Kinder.
Ich habe danach darin gelesen. Sehr interessant, aber bei den Texten über den Stellenwert der Frau wurde mir dann doch unbehaglich. Dennoch - es sind Dinge dort, die zum Nachdenken anregen.
Dann waren wir bei den Buddhisten in der Pagode in Döhren.
Am 5.Juni empfingen uns Herr Hougho und Frau Ton That, die uns zu dem Besuch im Haus der Religionen Schwäne aus Papier geschenkt hat.
Ich war glücklich, dass sie dabei war. Durch sie ist diese Idee erst geboren worden und der Kontakt entstanden.
Herr Hougho hat uns durch die Pagode geführt. Es war sehr interessant und wir alle haben viel gelernt. 11 Eltern und 13 Kinder waren dabei, als wir erfahren haben, dass es Gegensätze gibt: Feuer -
Wasser, Himmel - Hölle, Gut - Böse, Schwarz - Weiß ..........
Ein Grundsatz dieser Religion: das Eine kann ohne das Andere nicht sein. Und der Mensch auf Erden muss damit leben.
Wie das geht? Dazu bedarf es einer Schüssel, die als Klangschale dient, eines Fischs aus Holz, den man schlägt und eines Mönchs, der wacht, dass man nicht einschläft.
Also: Meditieren, um auf sich zu hören und Gutes zu tun.
Die Klänge der Schale bestimmen den Takt des Denkens, ebenso wie das Schlagen des hölzernen Fisches - und der Mönch achtet darauf, dass man nicht zu sehr entspannt......... und weckt, wenn es
sein muss.
Die Ehrung der Toten ist beeindruckend. Sie erhalten Mahlzeiten, wie man sie Freunden reicht (
Opfergaben): Zeichen, dass sie im Herzen der Lebenden noch gegenwärtig sind.
Nach 49 Tagen werden die Toten neu geboren. Und wenn sie gut gehandelt haben, dann haben sie ein besseres Leben vor sich.
Dafür beten die Familie und die Freunde der Toten .
Wir haben dort darüber hinaus viele weitere Eindrücken gehabt, aber das kann man nicht alles in Worte fassen.
Man hat uns herzlich aufgefordert, jederzeit wieder Kontakt aufzunehmen und das bunte und fröhliche Fest im Juli zu Ehren des großen Jadebuddhas mitzufeiern.
Aus der Beschäftigung mit den großen Religionen dieser Welt habe ich viel gelernt und zugleich aber auch erfahren dürfen, wie stark unsere Kindergemeinde gemeinsam
mit den Eltern ist. Sie sind zu den Ausflügen zahlreich erschienen und manche Väter habe ich neu kennen gelernt.
Ich bedanke mich für diese Unterstützung, da ich bei manchen Dingen auch unsicher war, ob alles gut klappt.
Die Angst klingelt------- der Mut macht auf----- und niemand ist vor der Tür.
Genau das ist uns passiert. Wir brauchen keine Angst haben, denn wir sind sicher in unserem Glauben und die anderen denken kaum anders.
(leicht gekürzte und überarbeitete Fassung des Originaltextes)
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