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Ev.-luth. St. Marien-Kirchengemeinde Grasdorf

Perspektiven

           Gemeinden gehen
pfarramtliche Verbindung ein

Die vier evangelischen Gemeinden der kirchlichen Region Laatzen haben beim Landeskirchenamt zum 01. Januar 2009 die Bildung eines gemeinsamen Pfarramtes beantragt. Dem Antrag wurde stattgegeben. Die Gemeinden verzichten auf ihre eigenen Pfarrämter zugunsten einer verbindlichen Zusammenarbeit in Laatzen. Die sich daraus ergebenden Veränderungen wurden interessierten Gemeindegliedern in einer Gemeindeversammlung am 28. Januar 2009 vorgestellt.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

In Einzelpfarrämtern müssten die Pfarstellen in Zukunft auf unübersichtliche Bruchteile reduziert werden. Bei jeder Veränderung würden die Gemeinden immer wieder in eine Konkurrenz-
situation geraten. Der Zusammenarbeit kann das nur abträglich sein. Deshalb haben sich die Kirchenvorstände für ein gemeinsames Pfarramt ausgesprochen, das zur Zeit 4,5 Pfarrstellen umfasst. Die Pastorinnen und Pastoren haben zwar ihren festen Dienstsitz, tragen aber Verantwortung für das Ganze. Die Gemeinden haben es also nicht mehr nur mit ihrem “alten” Pastor oder ihrer Pastorin zu tun, sondern mit fünf Geistlichen, die in den vier evangelischen Gemeinden den pastoralen Dienst für alle versehen.

Woran muss man sich gewöhnen?

Gewöhnen müssen sich alle daran, dass nun auch ein Geistlicher zuständig sein kann, mit dem man es vorher noch nicht zu tun hatte. Die Pfarstelleninhaber betreuen Seelsorgebezirke, die nicht deckungsgleich mit ihrer Kirchengemeinde sind.

So wird gewährleistet, das alle Gemeindeglieder in den vier Kirchengemeinden eine gleich intensive Begleitung erfahren - egal ob sie in einer großen oder kleinen Gemeinde leben. In einem gemeinsamen Pfarramt arbeiten die Pfarrstelleninhaber der kleineren Gemeinden in den größeren mit, und gemeinsame Aufgaben werden gerecht untereinander verteilt. 

Ab 2009 sind nachmittags von 17-18 Uhr folgende Pfarrbüros geöffnet:
 

Montag: Immanuel Alt-Laatzen

Dienstags: St. Petri Rethen

Mittwoch: Thomas Laatzen-Mitte

Donnerstag: St. Marien Grasdorf

Was wird besser?

Für alle liegt ein Zugewinn darin, dass jeder in seiner eigenen Kirchengemeinde verwurzelt bleibt, aber den pfarramtlichen Dienst auch in den anderen Gemeinden nutzen kann.

Dazu einige Beispiele:

Pfarrbüros: Es wird künftig möglich sein, dass in jedem Pfarrbüro auch die Angelegenheiten der Nachbargemeinden erledigt werden können. Außer den regulären Vormittagsöffnungen wird dafür an jedem Nachmittag ein anderes Pfarrbüro geöffnet haben.

Gottesdienste: Jede unserer vier Kirchen bleibt eine volle Predigtstelle und Dienstsitz eines Pastors oder einer Pastorin. Es werden aber mehrmals im Jahr auch die Geistlichen der Nachbargemeinden dort predigen. So finden auch die Gottesbesucher eine neue Vielfalt und erleben: auch die anderen gehören zu uns.

Amtshandlungen: Es wird nahezu an jedem Sonntag eine Taufe möglich sein. Wenn der Wunschtermin nicht in der eigenen Gemeinde erfüllt werden kann, dann wird in einer der anderen Kirchen Taufsonntag sein. Zusätzlich soll einmal im Monat ein Samstags-
termin für Taufen angeboten werden.
 
Brautpaare aus Laatzen haben künftig die Wahl, sich eine Wunschkirche auszusuchen. Der zuständige Geistliche wird dorthin mitkommen und die Trauung vornehmen. In Trauerfällen wird zunächst der zuständige Pastor oder die Pastorin des jeweiligen Seelsorgebezirks tätig. Wenn persönliche Beziehungen entstanden sind, soll dies aber berücksichtigt werden.

Verlieren die Gemeinden nicht ihre Eigenständigkeit?

Im Gegenteil. Jede Kirchengemeinde kann weiterhin ihre Traditionen pflegen und ihr unverwechsel-
bares Profil herausbilden. Sie kann dies umso mehr, als sie ja die Vielfalt der anderen hinzugewinnt. Es steht auch jedem Kirchenmitglied frei, sich seiner “Lieblingskirche” zuzuordnen, ohne dass er dafür durch eine Umpfarrung die eigene Wohnortgemeinde verlassen müsste.

Worin liegt der Sinn des Ganzen?

Ausgelöst sind die Entwicklungen durch Sparmaßnahmen der Kirche, die auch vor den Pfarrstellen nicht Halt machen. Die Kirchengemeinden bewältigen diese Entwicklungen besser gemeinsam als allein. Und ihnen wird durch die Erfordernisse bewusst: Wir gehören zusammen als evangelische Kirche in Laatzen. Wir erhalten die Kirchen und ihre Gottesdienste, ebenso die eigenständigen Kirchengemeinden und ihre Angebote.

Es soll möglichst niemandem etwas genommen werden, was ihn an seine Kirche bindet. Aber wir bewältigen die Aufgaben zusammen, sowohl in der Kooperation der Kirchenvorstände als nun auch in einem gemeinschaftlichen Pfarramt.

Es ist ein guter Weg, um für gegenwärtige und künftige Herausforderungen gerüstet zu sein.


Nachtrag im Oktober 2009:

Die evangelische Kirchenregion Laatzen ist inzwischen um die Kirchengemeinde

St. Gertruden Gleidingen

erweitert worden. Diese Gemeinde ist auch der pfarramtlichen Verbindung beigetreten.

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